Lärm macht krank. Das ist längst bewiesen. Die Lärmquelle Nr. 1 ist in Wallenhorst der Straßenverkehr. Die CDU Wallenhorst kämpft seit langem für Lärmschutz und Lärmvermeidung.
Neben dem Lärm von der A1 und der B68, die auch im Aktionsplan Lärm kartiert sind, haben wir im Ort noch weitere kritische Straßen. Da wäre zum einem die L109. Da ist zum einem die Ortsdurchfahrt Hollage ein Hot-Spot, ganz besonders aber auch der Kreisverkehr Ruller Str., Stadtweg und Vehrter Landstraße. Hier ist der LKW-Anteil sehr hoch. Das sind LKWs, die über Icker/Belm auf die A22 fahren. Und es sind LKW, die von der A1/B68 kommen und über Icker, Vehrte und Bohmte über Espelkamp Richtung Hannover unterwegs sind. Weite Teile dieser Strecke sind mautfrei, gut ausgebaut und abgesehen von Bohmte gibt es keine bremsende Ortsdurchfahrt. Die L109 ist aber eine Landesstraße und Wallenhorst ist dafür nicht zuständig.
Es gibt zwei weitere kritische Straße mitten im Gemeindegebiet, die bislang auf keiner Lärmkartierung auftauchen, weil die Verkehrsmenge zu niedrig ist, als das sie betrachtet werden müssen.
Da haben wir die Große Straße und zwar den Abschnitt zwischen Kirche und Tankstelle (Glühwürmchenkreisel). Hier sind es die Aufpflasterungen, die trotz erlaubtem Tempo 30 den Lärm verursachen. Und hier kommen gleich zwei Spezialfälle zum Tragen.
Lärm wird in Deutschland ungern gemessen, sonder lieber berechnet. Das funktioniert bei normalen Belägen sehr gut. Man hat damit gleich die Durchnittswerte, während man bei Messungen ja zunächst Einzelwerte hat, die dann auf die Zeit zum „Mittelungspegel“ umgerechnet werden müssen. Nebeneinflüsse wie wie das Wetter können Messungen beeinträchtigen und verfälschen. Die bewährten Formeln sind so ausgelegt, dass sie eher etwas zu viel angeben. In diesen Formeln wird auch die sogenannte Deckschicht, also die Art der Asphaltierung oder der Steine berücksichtigt. Alles immer nach allgemein anerkannten wissenschaftlichem „Stand“. Und da ist das Problem der Großen Straße.
Schaut man sich das Pflaster der Großen Straße an und schaut dann z.B. in das „Merkblatt für Lärmarme Pflasterdecken“ der Forschungsanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, dann erkennt man schnell, dass hier man hier eine auf maximale Lautstärke optimierte Verlegung Pflasterung vorfindet. Konkret: Die Fugen zwischen des Steinen sind mit ca 10mm recht breit. Die Steinbreite ist unter 16cm und die Fugen verlaufen nicht diagonal zur Fahrrichtung, sondern exakt senkrecht. Ich habe es in einer stichprobenartigen Messung nachgeprüft. Bereits ein normales handelsübliches SUV erzeugt beim Überfahren der Steine in 1m Enfernung eine Lautstärke von etwa 82dB.

Zur Ehrenrettung der seinerzeit Bauausführenden muss auch erwähnt werden, dass diese Erkenntnisse bzgl. dem Lärm bei Straßenpflastern alle tatsächlich vergleichsweise neu sind und Anfang der 2000er keinewegs allgemein bekannt waren. Das ist eine Folge der oben erwähnten Praxis, dass fast ausschließlich gerechnet wird und nur wenige Messungen erfolgen, um zu prüfen, ob Theorie und Praxis übereinstimmen. So kam es, dass erst in den 2000er Jahren systematisch erforscht wurde, welche Faktoren beim Straßnepflaster neben der Steinkante (abgerundet ist leiser) noch eine wesentliche Rolle spielen.
Die zweite „Lärmstraße“ ist der Boerskamp. Trotz Tempo 30 ist es hier laut und das hat zwei Gründe. Die Straße verläuft teilweise parallel zur B68 in einer Entfernung von ca 220 Metern. Von der B68 kommt laut Kartierung au dem „Lärmaktionsplan 2024“ tagsüber ein Emissionseintrag von 60 bis 64dB als „Grundrauschen“. Dazu kommt aber noch der Verkehrslärm vom Boerskamp selbst. Auch hier werde ich in den kommende Tagen noch eigene Messungen vornehmen.

