Nebenkosten

Die Nebenkosten sind weder ein Wahlkampfthema noch überhaupt ein direktes Thema der Politik. Aber es beschäftigt viele Bürger und die Strom- und ganz besonders die Heizkosten treiben derzeit vielen Bürgern Sorgenfalten auf die Stirn. Seit dem Konflikt der USA mit dem Iran schnellen Öl- und Gaspreise wieder in die Höhe und die deutschen Politiker müssen hier mehr oder weniger hilflos zusehen. Denn beeinflusen kann Deutschland diese Weltmarktpreise nicht.

Dennoch kann jeder Einzelne versuchen, durch Minderverbrauch seine Energiekosten zu senken. Wie das geht, zeige ich im Folgenden. Dabei beginne ich mit Maßnahmen für Mieter und Besitzer von Eigentumswohnungen.

Was Mieter machen können:

  1. Richtig lüften. Klingt banal, wird aber sehr oft falsch gemacht. Kurzes Stoßlüften sorgt für schnellen Luftaustausch und Feuchtigkeitsabtransport. Dauerlüften (Fenster auf „Kipp“) kühlt dagegen die Wohnung aus. Hier gibt es kurzes Merkblatt zum Heizen und Lüften.
  2. Gleichmäßig heizen. Kein Raum in der Wohnung sollte kälter als 16 Grad sein. Die Türen zu den weniger geheizten Räumen sollten geschlossen bleiben, denn sonst entsteht „Zufluft“.
  3. Sogenannte „smarte“ Heizkörperthermostate helfen, den Energieverbrauch zu senken und steigern den Komfort. Entgegen den Versprechen der Hersteller (bis zu 30% Energieersparnis) sind ein 6 bis 15% geringerer Energiebedarf realistisch. Das sind schnell 100 bis 200 Euro im Jahr. Einfache Modelle sind bei Discountern immer wieder für weniger als 15 Euro pro Stück zu haben. Voll vernetzte Modelle sind ab 30 Euro im Handel und benötigen immer eine zum verwendeten Funkstandard (Bluetooth, Zigbee der DECT) passende Basisstation. Für den Beginn empfehlen sich dann Startersets. In jedem Fall ist der Wechsel der Thermostate auch für Laien durchführbar.
  4. Dämmen von Heizungsnischen. Bei älteren Wohnungen sind die Heizkörper oft in Heizkörpernischen untergebracht. Hier ist die Hauswand besonders dünn und der Wärmeverlust sehr hoch. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Mieter sollten hier mit dem Vermieter sprechen, denn in den meisten Fällen werden Platten oder Folien mit Alubeschichtung an die Wand geklebt. Die Alubeschichtung reflektiert die Wärme, bei den Platten kommt noch eine Dämmwirkung der Platte hinzu. Es gibt einige sehr leichten Folien, die mit doppelseitigem Klebeband an die Wand geklebt werden können. In den meisten Fällen ist aber ein Styroporkleber erforderlich und der sollte nicht ohne Einverständnis des Vermieters verwendet werden. Die Energieersparnis kann bis zu 40% betragen – auch das ist wieder ein sehr optimistischer Wert. Realistisch sind 5 bis 10%. Bei den preiswerten Dämmfolien liegt der Materialaufwand pro Heizkörper bei 10 bis 20 Euro und das Geld hat man in einer Heizperiode wieder raus. Auch hier ein Link zu einem Video, in dem die Dämmung erklärt wird.
  5. Als letzte Option kommt das „Balkonkraftwerk“. Komplettsets mit zwei PV-Modulen und einem passendem Wechselrichter sind inzwischen schon für 300 Euro zu bekommen. Auch ohne Speicher reduzieren sie die jährliche Stromrechnung um 50 und lohnen sich daher.
    Als Mieter bleibt für die Montage wirklich nur der Balkon und da gibt es bei den klassischen PV-Modulen immer wieder die Hürde der Befestigung. Diese Module wiegen um die 20 Kilo und sind fast 2m² groß. Eine sichere, zerstörungsfreie Montage dieser Module auf einem Balkon ist oft nicht nicht möglich. Es gibt aber auch flexible Module, die bei einer Größe von etwa 1x1m nur ca 4kg wiegen und die man mit Klettbändern oder Kabelbindern zerstörungsfrei an nahezu jeden Balkon befestigen kann. Bei Umzug sind sie schnell und rückstandfei demontiert. Diese Sets sind leider deutlich teurer, hier beispielhaft ein solches Set verlinkt.

Hauseigentümer

  1. Die Tipps 1 bis 4 für Mieter gelten für Hauseigentümer ebenso.
  2. Das Balkonkraftwerk ist in Wallenhorst sehr oft eine kleine PV-Anlage, die an allen möglichen Stellen des Hauses zu finden ist, nur nicht am Balkon. Die meisten „Balkonkraftwerke“ sind auf den Dächern von Garagen und Carports zu finden. Die Montage mit fertigen Montagegestellen kann in der Regel selbst erledigt werden. Je nach nach Montageart sind ein paar Pflasterplatten oder Steine zur Balastierung erforderlich.